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Doris Danzer

Kurzvita

Doris Danzer studierte Neuere und Neueste Geschichte, Volkskunde und Kommunikationswissenschaften an den Universitäten Augsburg und Grenoble. Zwischen 2005 und 2008 war sie als wissenschaftliche Angestellte am Frankreich-Zentrum der Universität Freiburg i. Brsg. tätig.

Als Doktorandin bei Frau Prof. Paletschek und assoziiertes Mitglied des DFG-Graduiertenkollegs „Freunde, Gönner, Getreue“ (Freiburg) arbeitete sie zum politischen Begriff der Freundschaft im Kommunismus und analysierte exemplarisch die Beziehungen deutschsprachiger kommunistischer Intellektueller zwischen 1918 und 1960. Ihr Dissertationsprojekt wurde von 2008 bis 2011 von der Friedrich-Ebert-Stiftung gefördert. Im Januar 2011 wurde die Dissertation eingereicht und im Juli 2011 erfolgte die Promotion zum Dr. phil.; im Mai 2012 erschien die Dissertation bei vandenhoeck&rupprecht unipress, Göttingen.

2013 war Doris Danzer wiss. Mitarbeiterin von Prof. Sylvia Schraut am Lehrstuhl für Neuere deutsche und europäische Geschichte der Bundeswehr-Universität, München. Heute arbeitet sie als freie Lektorin und Übersetzerin, als Gästeführerin in Landshut und Referentin an der KZ-Gedenkstätte Dachau.
 

Dissertation

Zwischen Vertrauen und Verrat. Deutschsprachige kommunistische Intellektuelle und ihre sozialen Beziehungen (1918-1960)

 

Können Mitglieder einer kommunistischen Partei Freunde sein? Das scheint zunächst undenkbar, da das Prinzip der Freundschaft schwer mit dem Prinzip kommunistischer Parteidisziplin vereinbar ist. Freundschaft wird im europäischen Raum seit der Neuzeit als Beziehung verstanden, die freiwillig eingegangen wird und individuell geprägt ist. Dem gegenüber steht die Forderung der kommunistischen Partei an ihre Mitglieder, ihr absolut treu zu folgen. Doch der Blick in die Parteigeschichte zeigt, dass Freundschaft neben Brüderlichkeit und Solidarität durchaus zu jenen Idealen gehörte, die sich Kommunisten auf ihre Fahnen schrieben.

Die Autorin löst dieses Paradox auf, indem sie das Beispiel kommunistischer Intellektueller der Generation 1900 untersucht. Dafür nimmt sie die sozialen Beziehungen Willi Bredels, Wieland Herzfeldes und Anna Seghers' zwischen 1918 und 1960 in den Blick. Sie versucht auch, die bis heute diskutierte Frage zu klären, warum sich diese Intellektuellen lebenslang dem Kommunismus verschrieben.

 

Rezensionen zur Dissertation:

Ragna Boden: Rezension zu: Danzer, Doris: Zwischen Vertrauen und Verrat. Deutschsprachige kommunistische Intellektuelle und ihre sozialen Beziehungen (1918–1960). Göttingen 2012 , in: H-Soz-Kult, 29.03.2013, <http://www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-19623>.

Eva Oberloskamp: Rezension von: Doris Danzer: Zwischen Vertrauen und Verrat. Deutschsprachige kommunistische Intellektuelle und ihre sozialen Beziehungen (1918-1960), Göttingen: V&R unipress 2012, in: sehepunkte 15 (2015), Nr. 11 [15.11.2015], URL: http://www.sehepunkte.de/2015/11/21605.html

  

Publikationen

  • Rezension zu: Nikolaus Wachsmann / Sybille Steinbacher (Hgg.): Die Linke im Visier. Zur Errichtung der Konzentrationslager 1933, Göttingen: Wallstein 2014, in: sehepunkte 16 (2016), Nr. 3 [15.03.2016], URL: http://www.sehepunkte.de/2016/03/26189.html
  • Reden über sich – Reden über Andere – Schweigen. Das Dilemma kommunistischer Intellektueller im Umgang mit parteilich geforderter Denunziation, in: Krätzner, Anita (Hrsg.), Hinter vorgehaltener Hand. Studien zur historischen Denunziationsforschung [Analysen und Dokumente, Bd. 39: Wissenschaftliche Reihe des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU)], Berlin 2015, S. 85-96.
  •  „Ja, unsere Korrespondenz hat es in sich.“ Was die Briefwechsel deutschsprachiger kommunistischer Intellektueller aus dem Exil nach 1933 über ihre sozialen Beziehungen verraten, in: Hiltrud Häntzschel / Sylvia Asmus / Germaine Goetzinger / Inge Hansen-Schaberg (Hrsg.), Auf unsicherem Terrain. Briefeschreiben im Exil (Frauen und Exil, Band 6), München 2013, S. 33-46.
  • Zwischen Vertrauen und Verrat. Deutschsprachige kommunistische Intellektuelle und ihre sozialen Beziehungen (1918–1960), Göttingen: V&R unipress, 1. Auflage 2012, 576 Seiten mit 13 Abbildungen gebunden, ISBN 978-3-89971-939-0 (Freunde – Gönner – Getreue: Studien zur Semantik und Praxis von Freundschaft und Patronage, Band 005)
  • Wieland Herzfelde und Oskar Maria Graf: Eine (un-)mögliche Freundschaft, in: Jahrbuch 2011 der Oskar-Maria-Graf-Gesellschaft, hrsg. von Ulrich Dittmann und Hans Dollinger, München 2011, S. 105-125.
  • „Mit guten Grüßen auch an Ihre Frau!“ Exil und Remigration als Beziehungs- und Bewäh-rungsprobe im Leben der Ehefrauen kommunistischer Intellektueller, in: Hansen-Schaberg, Inge/Häntzschel, Hiltrud (Hrsg.), Politik-Parteiarbeit-Pazifismus in der Emigration: Frauen handeln (Frauen und Exil, Band 3), München 2010, S. 39-58.
  • Rezension zu: Jung, Christina: Flucht in den Terror. Das sowjetische Exil in Autobiographien deutscher Kommunisten. Frankfurt am Main 2008, in: H-Soz-u-Kult, 02.10.2009, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2009-4-007.
  • Filmbesprechung zu: Olaf Bockhorn, Lisl Nopp: „… und nacha fang i an mit da Arbeit“ (Universität Wien 1990). Bericht zu einem volkskundlichen Filmdokument, in: Augsburger Volkskundliche Nachrichten, 1 (5. Jg./1999), S. 55-59.
 
 

Wissenschaftliche Gesellschaften

  • Gesellschaft für Exilforschung
  • FES-Ehemalige e.V.
  • Historischer Verein für Niederbayern e.V.

 

 

Kontakt

mail@dorisdanzer.de