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Vera Marstaller

Kurzvita

Vera Marstaller studierte Geschichte, Spanisch und Deutsch auf Gymnasiallehramt an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Im November 2014 schloss sie ihr Studium mit dem ersten Staatsexamen und der Zulassungsarbeit zum Thema „Kameraperspektiven. Eine Kontroverse aus dem Jahr 2001 um vier Fotografien, aufgenommen von Häftlingen des Sonderkommandos aus Auschwitz-Birkenau im August 1944“ bei Prof. Dr. Cornelia Brink ab. Ihr Vorbereitungsdienst für das Lehramt am Wentzinger-Gymnasium Freiburg von Januar 2015 und Juli 2016 wurde mit dem zweiten Staatsexamen und einer Arbeit zum historischen Kontext von Gewaltdarstellungen in Bildern von der Antike bis zur Frühen Neuzeit im Geschichtsunterricht der Klasse 10 am Gymnasium abgeschlossen. Seit August 2016 arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Neueren und Neuesten Geschichte am SFB 948 „Helden – Heroisierungen – Heroismen“ der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Zwischen August 2016 und Juni 2020 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin des Teilprojekts „Bilderkrieger und Bilder des Krieges. Kriegsfotografen als Helden und Heldenmacher im Zweiten Weltkrieg“ unter der Leitung von Prof. Dr. Cornelia Brink. In diesem Rahmen erfolgte auch ihr abgeschlossenes Promotionsprojekt „Heldengesten. Kriegsfotografie und Nationalsozialismus (1939-1945)“. Seit Juli 2020 arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am SFB „Helden“ im Teilprojekt „Maskulinität(en)“. Ihr gegenwärtiges Forschungsprojekt „Frida, Evita und die Schmetterlinge. Eine transnationale Rezeptionsgeschichte lateinamerikanischer Heldinnen zwischen Bewunderung und Vergessen“ widmet sich der Heroisierung von Frauen in homosozial weiblichen Räumen sowie der transnationalen Geschichte des International Day for the Elimination of Violence against Women.

 

Forschungsschwerpunkte und Interessensgebiete

  • Frauen-, Geschlechter- und Männergeschichte
  • Geschichte des Nationalsozialismus
  • Visual History
  • Gewaltprävention

Lehrveranstaltungen

Wintersemester 2021/22

 

Publikationen

Aufsätze

Im Anzug. Die Illustrierte „Er. Die Zeitschrift für den Herrn“ (1950/51), in: Cornelia Brink, Olmo Gölz und Nina Verheyen (Hg): Männlichkeiten, Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History, (voraussichltich Heft 3/2021).

Samurai und Kamikaze. Von der allmählichen Übernahme fotografischer Gesten aus Japan in deutschen Illustrierten zwischen 1940 und 1945, in: Visual History, 07.06.2021, https://visual-history.de/2021/06/07/samurai-und-kamikaze.

Zur Erotik des Kriegsversehrten. Nationalsozialistische Maskulinitätsdiskurse im Kontext extremer Gewalterfahrung, in: Olmo Gölz, Cornelia Brink (Hg.): Gewalt und Heldentum (Helden – Heroisierungen – Heroismen, Bd. 16), Baden-Baden 2020, S. 103-134.

Zusammen mit Kelly Minelli, Stefan Schubert und Leo Vössing: Heroische Kollektive zwischen Norm und Exzeptionalität. Editorial, in: helden.heroes.héros. E-Journal zu Kulturen des Heroischen, Special Issue 7 (2019), DOI: 10.6094/helden.heroes.heros./2019/HK/01, S. 3–6.

Stillstand der Körper im Krieg. Von den Pflichten des Heroischen und dem Reiz des Alltags in der illustrierten Massenpresse des Nationalsozialismus (1939-1945), in: Visual History, 22.07.2019, https://www.visual-history.de/project/stillstand-der-koerper-im-krieg/.

Visuelle Helden-Diskurse. Kriegsfotografie im Nationalsozialismus, in: Fotogeschichte 38.147 (2018), S. 59–61.

Zusammen mit Benjamin Glöckler und Felix W. Günther: Helden und Gedenktourismus – Eine Reise nach Verdun im September, in: helden.heroes.héros. E-Journal zu Kulturen des Heroischen 6.2 (2018), DOI: 10.6094/helden.heroes.heros./2018/02/02, S. 17–22.

Zusammen mit Cornelia Brink, Benjamin Glöckler und Felix W. Günther: Artikel „Propaganda“, in: Compendium Heroicum, hg. v. Ronald Asch et. al., publiziert vom Sonderforschungsbereich 948 „Helden – Heroisierungen – Heroismen“ der Universität Freiburg. Freiburg 2018, https://www.compendium-heroicum.de/lemma/propaganda/?suche=Propaganda.

Fortschreitende Zeit und anhaltende Erinnerung. Siegfried Kracauers vorletzter Dialog mit Walter Benjamin, in: Kommune. Forum für Politik, Ökonomie und Kultur 28.4 (2010), S. 79–87.

 

Herausgeberschaften

In Planung zusammen mit Dorna Safaian (Hg.): Heroische Gesten in den Formensprachen
politischer Körperlichkeit, in: helden.heroes.héros. E-Journal zu Kulturen des Heroischen (voraussichtl. Erscheinen September 2022).

Zusammen mit Kelly Minelli, Stefan Schubert und Leo Vössing (Hg.): Heroische Kollektive zwischen Norm und Exzeptionalität. helden.heroes.héros. E-Journal zu Kulturen des Heroischen, Special Issue 7 (2019), DOI: 10.6094/helden.heroes.heros, DOI: 10.6094/helden.heroes.heros./2019/HK/01.

 

Rezensionen und Tagungsberichte

Rezension zu „Thomas Riederer: Kriegsheld – Kinoheld. Günther Prien als Beispiel heroischer Männlichkeit in NS-Staat und Bundesrepublik, Verlag Dr. Kovač: Hamburg 2017“, in: helden.heroes.héros. E-Journal zu Kulturen des Heroischen 8.1 (2020), DOI: 10.6094/helden.heroes.heros, S. 43–45.

Rezension zu „Martin Dammann (Hg.): Soldier Studies. Cross-Dressing in der Wehrmacht“, Texte von Martin Dammann und Harald Welzer, Berlin: Hatje Cantz 2018“, in: Fotogeschichte 39.152 (2019), S. 68–69.

Zusammen mit Olmo Gölz: Rezension zur Ausstellung „Gewalt und Geschlecht, 27.04.2018 – 30.10.2018 Militärhistorisches Museum Dresden“, in: H-Soz-Kult, 14. 07. 2018, https://www.hsozkult.de/exhibitionreview/id/rezausstellungen-315.

Zusammen mit Stefan Schubert: Tagungsbericht: „Heroische Kollektive, 15.06.2018 – 16.06.2018 Freiburg“, in: H-Soz-Kult, 23.10.2018, https://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-7892.

Rezension zu „Stefan Elit: Von Heroen und Individuen. Sozialistische Mytho-Logiken in DDR-Prosa und DEFA-Film, Bielefeld 2017“, in: helden.heroes.héros. E-Journal zu Kulturen des Heroischen 6.2 (2018), DOI: 10.6094/helden.heroes.heros./2018/02/05, S. 33–35.

Rezension zu „Heike Bormuth, Sebastian Demel und Daniel Franz (Hg.): Helden über Grenzen. Transfer und Aneignungsprozesse von Heldenbildern, St. Ingbert: Röhrig Universitätsverlag, 2016“, in: helden. heroes. héros. E-Journal zu Kulturen des Heroischen 5.1 (2017, DOI: 10.6094/helden.heroes.heros./2017/01/13, S. 99–101.

Abgeschlossenes Dissertationsprojekt

„Heldengesten. Kriegsfotografie und Nationalsozialismus (1939-1945)“

Die interdisziplinär angelegte Dissertation fragte aus geschichts- und bildwissenschaftlicher Perspektive danach, wie Zeitgenoss*innen der Zweite Weltkrieg, der ihre persönliche Gegenwart bestimmte, in Foto-Illustrierten präsentiert wurde. Gemäß einer immanenten Ideologie-Kritik konzentrierte sich die Arbeit auf Publikationen innerhalb des Deutschen Reichs. Im Zentrum stand die deutsche Kriegsfotografie, welche als Teil einer ‚Propagandawaffe‘ in bis dahin nicht gekanntem Umfang institutionalisiert wurde und die über illustrierte Zeitschriften eine hohe Verbreitung fand. Die bisherige Forschung zur institutionellen Organisation der Propagandakompanien (PK) wurde so um die Analyse der Ästhetik ihrer Fotos erweitert, auch in Bezug auf ihre Publikationszusammenhänge. Gerade zu der im Sommer 1938 neu geschaffenen Truppengattung der PK, die sowohl dem Oberkommando der Wehrmacht als auch dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda unterstellt waren, ist dies derzeit noch ein Forschungsdesiderat.

 

Die zur Kriegszeit breit zirkulierenden Bildmotive wie junge, muskulöse Männer, Krankenschwestern, nackte Haut und Frauenbeine waren durch die Zeitschriften in einen unmittelbaren Zusammenhang mit dem Kriegsgeschehen gebracht. Zeitschriften erwiesen sich für das NS-Regime als wirkungsvolles Propagandainstrument. Unterhaltung, persönliche Alltagserfahrungen und ideologische Beeinflussung gerade in Bezug auf Gewalt und Geschlecht wurden hier geschickt miteinander verbunden. Es zeigte sich, dass Erotik und die Darstellungen privater (Liebes-)Beziehungen in einen Zusammenhang mit dem Massenvernichtungskrieg gerieten: Einer heraufbeschworenen Gefahr für das Leib und Leben der Liebsten durch Juden, Briten oder Bolschewisten folgte in den Illustrierten wiederholt der Aufruf zur Notwehr, die an kein Kriegsgesetz gebunden sei. Dieser Befund differenzierte eine gegenwärtig gängige Meinung, die Heldendarstellungen der Wehrmacht hätten durch die Niederlage bei Stalingrad, spätestens aber durch das Bekanntwerden der Massenverbrechen in der Nachkriegszeit an Glaubwürdigkeit verloren. Denn in den Illustrierten aus den Jahren 1939 bis 1945 war das fotografische Zusammenspiel von Helden, Opfern und Tätern weder an Siege geknüpft worden noch auf die Vertuschung von Gewaltverbrechen angewiesen. Im Gegenteil, gerade steigende Opferzahlen in den eigenen Reihen, persönliche Gewalterfahrungen durch den Krieg und Verbrechen an der Zivilbevölkerung konnten die fotografische NS-Heldenideologie bestätigen – und potenziell auch nach 1945 produktiv halten.

 

 

Kontakt

Vera Marstaller

Sonderforschungsbereich 948 ‘Helden – Heroisierungen – Heroismen‘
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Hebelstr. 25
79104 Freiburg im Breisgau

 

Telefon: 0761/ 203-67610