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Sophie Stritzelberger

Kurzvita

Sophie Stritzelberger studierte Geschichte, Englisch und Italienisch an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Im Mai 2019 schloss sie das Studium der Fächer Geschichte und Englisch mit der Ersten Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien ab. Ihre Zulassungsarbeit trug den Titel „Weibliche Beschäftigte in der Zivilverwaltung im Elsass. Das Beispiel der Verwaltungs- und Polizeiabteilung (1940-1944)“.

Während ihres Studiums war Sophie Stritzelberger als studentische Hilfskraft und Tutorin am Historischen Seminar und Seminar für Alte Geschichte beschäftigt. Zudem absolvierte sie ein wissenschaftliches Praktikum am Haus der Geschichte Stuttgart sowie ein vom DAAD gefördertes Praktikum am Deutschen Historischen Institut London. Seit 2015 ist Sophie Stritzelberger außerdem am Universitätsmuseum „Uniseum“ als studentische bzw. wissenschaftliche Hilfskraft sowie seit November 2019 am Universitätsarchiv tätig.

 

Dissertationsprojekt

Gesellschaftspolitik, Generation und Geschlecht: Die Frauenbewegung in Freiburg (ca. 1890-1970)

 

Für ein umfassenderes Verständnis und ein differenziertes Bild der deutschen Frauenbewegungen des 20. Jahrhunderts sind lokale Studien unabdingbar, die bisherige Narrative, Phaseneinteilungen und Zäsuren kritisch hinterfragen. Dies gilt insbesondere für die Jahre zwischen 1945 bis ca. 1970 und die zahlreichen gesellschaftspolitischen Aktivitäten der an die „alte“ Frauenbewegung vor 1933 anknüpfenden „etablierten“ Frauenorganisationen. Deren frauen- und gesellschaftspolitisches Engagement wurde durch die sich ab Ende der 1960er-Jahre formierende „neue“ Frauenbewegung lange verdeckt.

Das geplante Dissertationsvorhaben untersucht in einer langen Linie von ca. 1890 bis 1970 exemplarisch die Geschichte der Frauenbewegung in Freiburg mit einem besonderen Fokus auf biografische Annäherungen an die Akteurinnen und deren lokale, nationale und internationale Aktionen und Vernetzungen. Freiburger Frauenvereine nahmen sowohl um 1900 als auch in den 1950er-Jahren mit einzelnen Aktivitäten eine Vorreiterrolle im Rahmen der deutschen Frauenbewegung ein. So war die Freiburger Ortsgruppe des Vereins Frauenbildung-Frauenstudium maßgeblich an der Öffnung der deutschen Universitäten für Frauen beteiligt und Freiburg die erste deutsche Universität, an der sich Frauen ab 1900 regulär einschreiben konnten. Nach 1945 war insbesondere die an die „alte“ Frauenbewegung anknüpfende Freiburger Ortsgruppe des Deutschen Frauenrings bedeutsam, die sich bereits 1947, zwei Jahre vor der nationalen Gründung des Deutschen Frauenrings gründete und in den 1950er und 1960er Jahren auf lokaler Ebene maßgebliche Impulse für eine demokratische Politisierung und Pluralisierung der Gesellschaft gab, die besonders auf Frauen abzielte.

Das Freiburger Beispiel eröffnet sowohl eine Perspektive auf die spezifischen lokalen Kontexte und Besonderheiten wie es gleichzeitig auch generelle Entwicklungslinien der deutschen Frauenbewegungen im 20. Jahrhundert sichtbar macht. Ziel des Dissertationsprojekts ist es, die Themen- und Aktionsfelder, Strategien und Handlungsmöglichkeiten der Freiburger Frauenbewegung an den Beispielen des Vereins Frauenbildung-Frauenstudium (1897–1933) sowie dem Freiburger Frauenring (gegr. 1947) herauszuarbeiten und diese in den regionalen, nationalen und internationalen Kontext der Frauenbewegungen einzuordnen. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei den Generationswechseln und Netzwerken in der Frauenbewegung, dem Beitrag der Frauenbewegung zur Demokratisierung und Politisierung in den 1950er- und 1960er-Jahren auf kommunaler Ebene sowie dem Verhältnis von „etablierten Frauenverbänden“ und aufkommender „neuer“ Frauenbewegung.

 

Mitgliedschaften

  • Arbeitskreis Historische Frauen- und Geschlechterforschung e.V. (AKHFG)

 

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