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Isabelle Luhmann

Kurzvita

Isabelle Luhmann studierte von 2008 bis 2014 die Fächer Geschichte und Biologie (L.A. Gymnasium) an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg. 2014 schloss sie ihr Studium mit einer Zulassungsarbeit zum Thema „Die Staufer-Ausstellungen 1977 und 2010 – von einer regionalen zu einer europäischen Geschichtsperspektive?“ ab. Während ihres Studiums absolvierte sie museumskuratorische- und pädagogische Praktika im Haus der Geschichte Baden-Württemberg in Stuttgart und den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim. Außerdem übernahm sie die Leitung eines Kurses bei einer JGW-Schülerakademie (Jugendbildung in Gesellschaft und Wissenschaft e.V.) zum Thema „9/11: Ereignis-Wahrnehmung-Verarbeitung“. Von 2011 bis 2012 wurde sie von der Studienstiftung des Deutschen Volkes gefördert. Von 2010 bis 2016 arbeitete sie als studentische Aushilfskraft im Universitätsarchiv Freiburg und seit 2011 als Museumspädagogin im Uniseum ( Museum der Universität Freiburg). Seit 2015 ist sie als Doktorandin bei Frau Prof. Dr. Sylvia Paletschek an ihrem Dissertationsprojekt zur Rezeption der Staufer tätig und seit Juni 2016 wird sie von der Studienstiftung des deutschen Volkes mit einem Promotionsstipendium gefördert. Ab dem Sommersemester 2018 wird Sie als Lehrbeauftrage an der Pädagogischen Hochschule Freiburg tätig sein.

 

Dissertationsprojekt

„Unser Friedrich“ - der 1. Europäer? Die Staufer in der populären Geschichtskultur seit den 1970er Jahren

„Was der Mensch sei, sagt ihm nur die Geschichte.“ Dieses Zitat von Wilhelm Dilthey spiegelt die zentrale Funktion von Geschichte für das Individuum und Gesellschaften wider:

Die Vergegenwärtigung der eigenen Geschichte dient der Standortbestimmung in der Gegenwart. Um diese Aufgabe zu erfüllen, muss die Vergangenheit in ihrer Darstellung an gesellschaftliche Bedürfnisse angepasst und an gegenwärtige Lebenswelten anschlussfähig sein. Dies gilt insbesondere für Repräsentationen von Vergangenheit, die außerhalb des akademischen Rahmens in populären Medien der Geschichtskultur stattfinden.

Seit Ende der 1970er Jahre war, nach einer Ära der latenten 'Geschichtsvergessenheit', ein zunehmendes Geschichtsinteresse in breiteren Bevölkerungsschichten zu verzeichnen, das spätestens seit den 2000er Jahren in einen Boom populärer Geschichtsdarstellungen mündete. Als ein Indiz und Ausgangspunkt für diese Entwicklung gilt die äußerst erfolgreiche Stauferausstellung von 1977. Ziel des Dissertationsprojektes ist es, am Beispiel des Umgangs mit den Staufern in der populären Geschichtskultur im Zeitraum zwischen ca. 1970 und 2017 rezente Vergangenheitsdeutungen und ihre gesellschaftlichen Funktionen herauszuarbeiten. Die Rezeption der Staufer wird hierfür in verschiedenen Medien der Populärkultur auf lokaler, regionaler und transnationaler Ebene untersucht. Um die Entwicklungen und Veränderungen im Untersuchungszeitraum einzufangen, werden die Ausstellungen „Die Zeit der Staufer. Geschichte-Kunst-Kultur“ von 1977 und die Mannheimer Schau „Die Staufer und Italien. Drei Innovationsregionen im mittelalterlichen Europa“ von 2010/2011 in den Blick genommen. Hinzu kommt die Betrachtung zunächst von Staufer- und Barbarossastädten und deren staufischen Geschichtsbewusstsein im Allgemeinen und im Anschluss werden die beiden Stauferstädte Göppingen und Schwäbisch Gmünd detailliert analysiert. Die Staufer spielen in deren städtischer Geschichtskultur eine zentrale Rolle und sind über verschiedene Medien repräsentiert. Durch die Untersuchung der Stauferstädte soll vor allem der Bereich der touristischen Geschichtsinterpretationen analysiert werden, da diese, obwohl der Tourismus ein wichtiges Phänomen der Moderne darstellt, in der geschichtskulturellen Forschung bislang wenig Beachtung finden.

Als Quellenmaterial dienen die Ausstellungskataloge beider Expositionen, Archivalische Bestände der Ausstellungshäuser und der städtischen Archive, Fotos, Zeitzeugen- und Experteninterviews, Presseberichte, Werbeprospekte und die Protokolle der teilnehmenden Beobachtung performativer Elemente staufischer Rezeption. Für die Ermittlung und Bewertung der generierten Geschichtsbilder werden Ansätze aus dem Bereich der Geschichtskultur und der Museumstheorie und neben der klassischen Inhaltsanalyse Methoden der Oral History und der qualitativen Sozialforschung verwendet.

 

Publikationen und Vorträge

  • Alessandro "il Moro/der Maure" (1510-1537), in: Wieczorek, Alfried (Hrsg.): Die Medici: Menschen, Macht und Leidenschaft. Begleitband zur Sonderausstellung "Die Medici - Menschen, Macht und Leidenschaft", Regensburg 2013.
  • „Die Staufer in der populären Geschichtskultur der 1970er Jahre bis in die Gegenwart – lokal, regional, transnational: Das Beispiel von Stauferstädten und Ausstellungen im deutschen Südwesten“, Vortrag beim Doktorandenkolloquium der Studienstiftung des deutschen Volkes in Bielefeld, am 15. November 2016.

 

Mitgliedschaften

  • Graduiertenschule „Humanities“ der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

 

Kontakt

isabelleluhmann@gmx.de

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