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BMBF-Projekt "Populäre Darstellungen von ‚89‘ und historisch-politische Bildung"

Teil des BMBF-Projektverbundes: "Das umstrittene Erbe von 1989 - Aneignungen zwischen Politisierung, Popularisierung und historisch-politischer Geschichtsvermittlung"

Projektleitung

Prof. Dr. Sylvia Paletschek

ProjektbearbeiterInnen

Dr. Anna Lux
Jonas Brückner (Wissenschaftliche Hilfskraft)

Homepage zum Projekt "89 Goes Pop" online

Im Rahmen des BMBF-Projekts "Das umstrittene Erbe von 1989" ist unter der Leitung von Dr. Anna Lux eine Homepage zur populären Rezeption von 89 entstanden, diese ist unter www.erbe89.de erreichbar.

Die zugehörige Pressemitteilung finden Sie hier.

Darüber hinaus wurde eine Instagram-Seite zum Projekt eingerichtet: 89_goes_pop.

Interview mit der Historikerin Anna Lux über das Netz-Projekt "89 goes pop" (Autor: Adalbert Siniawski, 12:30), in: Deutschlandfunk, CORSO, 10.11.2020, 15:20, hier zum Nachhören.

Projektbeschreibung

Der Herbst ‚89‘ mit seinen Massendemonstrationen lässt sich als „charismatisches Ereignis“ beschreiben. Es war geprägt von der Eigendynamik des politischen Umbruchs, der Ungewissheit von Verlauf (friedlich) und Ausgang (unverhoffter Systemzusammenbruch) sowie von der Erfahrung der Aktionsmacht massenhaften Straßenprotestes. Die Ereignisse und Orte des Wendeherbstes sind zentraler Bestandteil kollektiver Erinnerung. In ritualisierter Tradierung wurden sie zum Bestandteil eines in der Öffentlichkeit dominanten „Revolutionsgedächtnisses“.

Trotz der Bedeutung von ‚89‘ wurden die damit verbundenen Deutungen bisher kaum als etwas Eigenes systematisch in den Blick genommen. Das Verbundprojekt "Das umstrittene Erbe von 1989" setzt hier an und rückt das ‚Charismatische’ der Ereignisse und ihre tiefe Prägekraft für Lebenswelt, Erinnerungskultur und gegenwärtige politische Orientierungen in den Fokus. 

Dabei arbeitet das Verbundprojekt interdisziplinär. Im Austausch von Soziologie, Geschichtswissenschaft und außerschulischer Geschichtsvermittlung sollen Antworten auf Bedürfnisse der politisch-historischen Bildung entwickelt werden. Die Herausforderungen im Umgang mit ‚89‘ werden entlang der Leitbegriffe Politisierung, Popularisierung und Geschichtsvermittlung analysiert. Drei Fragen stehen im Zentrum des Forschungsinteresses:

1) In welchem Verhältnis steht ‚89‘ zu konkurrierenden Demokratieverständnissen und politischen Orientierungen in der Gegenwart?
2) In welchen populären Medien wird ‚89‘ verhandelt und welche Geschichtsdeutungen sind mit diesen Repräsentationen verbunden?
3) Welche Herausforderungen zeigen sich in der außerschulischen Geschichtsvermittlung von ‚89’?

Mit diesen Leitfragen fokussiert das Projekt auf die konkurrierenden und sich generational wandelnden Deutungen von ‚89' und ihren – so eine zentrale These – erheblichen Auswirkungen auf die Gegenwartsgesellschaft. Die Ergebnisse der Forschungen werden systematisch auf ihren Anwendungsbezug für die politisch-historische Bildung hin aufgearbeitet.

Sonstiges

Gespräch mit der franko-kanadischen Soziologin und Autorin Barbara Thériault über ihr Buch „Die Bodenständigen“ (2019) im Rahmen der Online-Buchmesse für den Verlag „Edition Überland“

In ihrem Buch »Die Bodenständigen« veröffentlicht die franko-kanadische Soziologin Barbara Thériault Feuilletons, in denen sie dem Alltäglichen auf der Spur ist. Ihre Beobachtungen in Erfurt und Mitteldeutschland führten die Autorin mitten hinein in die „nüchterne Mitte der Gesellschaft“, ihre Orte, Zusammenkünfte, Lebenseinstellungen. Der Blick ‚von außen’ ermöglicht es ihr dabei, mehr zu sehen, als die Menschen ihr erzählen. Selbstverständliches wird sichtbar, und die „Bodenständigen“ gewinnen in diesem Mosaik aus Texten und Beobachtungen an Kontur. Ob das „Bodenständige“ eine Spezifik ‚des Ostens’ ist und welches Potential in der Verknüpfung von Wissenschaft, Reportage und Literatur liegt, bespricht die Autorin morgen Abend mit der Freiburger Historikern Anna Lux.

 

Dokumente