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Übung: Von der Studenten- zur Studierendengeschichte – Geschlechterverhältnisse an der Universität Freiburg im 20. Jahrhundert

Miriam Bräuer, Muriel Lorenz, Sven Zepf
Wann 02.11.2020 um 14:00 bis
08.02.2021 um 16:00
Wo ONLINE (ZOOM)
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Im Jahr 1900 konnten sich Frauen an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg erstmals regulär immatrikulieren. Trotz der formalen Zulassung waren Studentinnen weiterhin unterschiedlichen Diskriminierungsformen ausgesetzt und blieben an der männlich dominierten Universität oftmals "Studenten zweiter Klasse". Diese Degradierung lässt sich auch anhand der Studierendengeschichte nachvollziehen, in der geschlechtergeschichtliche Perspektiven lange weitgehend ausgeblendet wurden. Selbst Publikationen jüngeren Datums thematisieren die universitären Geschlechterverhältnisse oft nur am Rande und widmen weiblichen Universitätsangehörigen – wenn überhaupt – ein kurzes Unterkapitel.

An diesen Befund anknüpfend wollen wir uns der Freiburger Studierendengeschichte über geschlechter- und frauengeschichtliche Fragestellungen nähern: Was wissen wir über Studentinnen in Freiburg, und wie veränderte sich ihre Situation von der Einführung des Frauenstudiums bis heute? Wie behaupteten sie sich im traditionell männlich geprägten akademischen Raum, und wie bestritten sie ihren studentischen Alltag? Auf welche Quellen und Methoden können wir zurückgreifen, um mehr über die Geschlechterverhältnisse an der Universität Freiburg zu erfahren?

Zu Beginn der Übung wird nach einer Diskussion des Forschungsstandes ein Überblick zur Entwicklung der Geschlechterverhältnisse am Beispiel der Universität Freiburg gegeben (Anfänge des Frauenstudiums, Verschiebung der Geschlechtergrenzen in den Weltkriegen, Kontinuitäten und Brüche in der Weimarer Republik und der Zeit des Nationalsozialismus, Studierende im Ost-West-Vergleich nach 1949). In den folgenden Sitzungen wollen wir gemeinsam überlegen, welche Zugänge sich eignen, um eine Studierendengeschichte zu schreiben, die sich von der bisherigen Fokussierung auf die männliche Perspektive löst. Ziel ist es, dass sich die Übungsteilnehmenden im Rahmen einer Gruppenarbeit am Beispiel der von ihnen gewählten spezifischen Fragestellungen und Themenschwerpunkten (z. B. studentische Migration, studentische Organisationsformen und Selbstverwaltung, Studierendenalltag) intensiv mit verschiedenen Quellengattungen (etwa Statistiken und zeitgenössische sozialwissenschaftliche Studien, Ego-Dokumente, Studierenden-Zeitschriften, Ton-, Bild- oder Filmmaterial) und Methoden (z. B. Oral History, Intersektionalität) auseinandersetzen. Abschließend sollen die Chancen und Grenzen der verschiedenen Ansätze, Methoden und Quellenarten kritisch diskutiert werden im Hinblick auf die übergeordnete Fragestellung, wie die Kategorie Geschlecht in der (Studierenden-)Geschichte sichtbar gemacht werden kann.

 

Einführungsliteratur:
Schaser, Angelika/Schnicke, Falko: Wege zu einer Geschlechtergeschichte der Universitäten und Geisteswissenschaften: Forschungsstand und Desiderata, in: Martin Kintzinger/Wolfgang Wagner (Hg.): Jahrbuch für Universitätsgeschichte 20 (2017), Stuttgart 2019, S. 27-42.
Scherb, Ute „Ich stehe in der Sonne und fühle, wie meine Flügel wachsen“. Studentinnen und Wissenschaftlerinnen an der Freiburger Universität von 1900 bis in die Gegenwart, Königstein/Ts. 2002.

Zu erbringende Studienleistungen: Regelmäßige Teilnahme, Mitarbeit in einer Arbeitsgruppe und Präsentation der Ergebnisse.

Wichtiger Hinweis: Die Übung wird das ganze Semester digital abgehalten werden. Die für die Übung in HisInOne zugelassenen Studierenden erhalten per Email von uns das Passwort für den Zutritt auf Ilias in der Woche vor der ersten Sitzung. Die erste virtuelle Seminarsitzung findet am 2. November um 14:15 Uhr über Zoom statt. Den Beitrittslink sowie das erforderliche Passwort erhalten die Teilnehmenden per Mail.

 

Termin:

  • Montags, 14-16 Uhr (c.t.)

 

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