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Übung: Von Petrarca bis Montaigne. Der europäische Humanismus

Übung: PD Dr. Uwe Wilhelm
Wann 17.10.2018
von 18:15 bis 19:45
Wo KG IV, Raum 4429
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Der Humanismus im Zeitalter der Renaissance steht am Anfang des neuzeitlichen Welt- und Menschenverständnisses. Im Kern handelte es sich um ein neues weltliches Bildungsideal, das die Wiederentdeckung und das intensive Studium der antiken Literatur zum Programm erhob, was zugleich eine ungeahnte Erweiterung und Pluralisierung des Wissens bedeutete. Ziel war - in scharfer Abgrenzung zur mittelalterlich-scholastischen Tradition - die gleichermaßen intellektuelle wie moralische Bildung der individuellen Persönlichkeit. Die Ursprünge der Bewegung liegen in Italien: Entstanden um die Mitte des14. Jahrhunderts (Petrarca), stieg der Humanismus hier nach 1400 zur dominierenden kulturellen Kraft auf, mit vielfältigen Wirkungen in philosophischer, wissenschaftlicher, pädagogischer und politischer Hinsicht. Erst ein Jahrhundert später, in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, dann aber umso machtvoller breitete sich die neue Bildungsidee im übrigen Europa aus. Die Blütezeit des europäischen Humanismus lag in den Jahrzehnten zwischen 1490 und 1530, zur zentralen Figur des außeritalienischen Humanismus wurde Erasmus von Rotterdam, der sich um eine Synthese aus neuem Denken und Christentum bemühte („christlicher Humanismus“). Überhaupt war der Humanismus keineswegs antikirchlich oder gar antireligiös eingestellt, was vehemente Kritik an den kirchlichen Mißständen der Zeit nicht ausschloß. Mit dem Durchbruch der Reformation geriet die Bewegung in die Defensive, wobei - trotz zahlreicher Überschneidungen - das Verhältnis der Humanisten zum neuen Glauben im einzelnen sehr unterschiedlich ausfiel. Dennoch blieb der Humanismus bis ins 17. Jahrhundert hinein eine prägende Kraft im europäischen Geistesleben (Späthumanismus). In der Übung, die als Quellenkurs konzipiert ist, sollen Schlüsseltexte der Bewegung intensiv gelesen, analysiert und historisch eingeordnet werden. Vorgesehen sind - die Liste ist vorläufig und läßt sich bei Bedarf ändern - Texte von Petrarca, Pico della Mirandola, Machiavelli, Thomas Morus („Utopia“), Erasmus, Juan Luis Vives und Montaigne („Essais“).

 


 Zeit:

  • Mittwoch, 18-20 Uhr (c.t.)

 

 

 

 

 

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