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Übung: Raub und Restitution jüdischen Vermögens in der Region

Dr. Wolfgang M. Gall
Wann 25.10.2019 um 14:10 bis
14.02.2020 um 16:10
Wo Breisacher Tor; R 104
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Unmittelbar nach ihrem Machtantritt begannen die Nationalsozialisten mit einer Politik des systematischen Raubes. Zunächst traf es politische Gegner. Die größte Umverteilung von Vermögen, die in Deutschland während des 20. Jahrhunderts stattfand, betraf die jüdische Bevölkerung. Im Rahmen der sogenannten Arisierung jüdischen Besitzes wechselten Geld- und Sachwerte in zweistelliger Milliardenhöhe die Besitzer*innen. Juden wurden zuerst vollständig aus dem Wirtschaftsleben verdrängt. Danach setzte die Vernichtungspolitik ein, die im Holocaust kulminierte. Viele Überlebende bemühten sich nach dem Krieg um die Restitution ihres Eigentums. Dabei wurden sie damit konfrontiert, dass in der frühen Bundesrepublik Profiteure der Arisierungen ihr billig erworbenes Eigentum zäh verteidigten. Ziel der Übung ist, am Beispiel konkreter Fälle aus der Region zu untersuchen, auf welche Weise lokale Entscheidungsträger die „Arisierungen“ förderten, wer die Nutznießer*innen waren und wie die Restitutionsverfahren abliefen. Dazu werden Akten des Staatsarchivs Freiburg ausgewertet. Vorgesehen ist eine eintägige Exkursion in das Offenburger Stadtarchiv und Museum.

Literatur

Aly, Götz: Hitlers Volksstaat. Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus, Frankfurt 2005.; Goschler, Constantin; Lillteicher, Jürgen (Hrsg.), „Arisierung“ und Restitution. Die Rückerstattung jüdischen Eigentums in Deutschland und Österreich nach 1945 und 1989, Göttingen 2002.; Lillteicher, Jürgen: Raub, Recht und Restitution. Die Rückerstattung jüdischen Eigentums in der frühen Bundesrepublik. Göttingen 2007.

 

Zeit

Fr 14 - 16 Uhr (c.t.)

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